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Polizey

Performance/Collage nach dem gleichnamigen Fragment von Friedrich Schiller 2005
videopresse
Diese kühlen Modellsituationen spiegeln das Schema kühl analytischer Realistik und changieren zugleich ins Fiktiv-Irreale der Möglichkeitsform, indem die Ästhetik von TV-Krimi-Serien, die sich am Film Noir orientieren, in Videosequenzen zitiert wird. Ein spartanisch schwarzer Bühnenkasten schließt nach hinten mit einer Projektionswand ab, die wahlweise Filmbilder und computergenerierte Kulissen zeigt oder den Durchblick auf eine zweite Szenerie auf der Hinterbühne öffnet: einer nächtlichen Straßenkreuzung als potenziellem Schauplatz von Gewaltverbrechen. Nur dort,im Diffusen, entsteht knisternde Spannung, schon der Lichtwechsel einer Ampel suggeriert Bedeutung.Das famose Dramaturgie- und Regiekonzept der Gäste aus Dresden begeisterte nicht nur das akademische Publikum, sondern öffnet auch mehr als nur theoretische Perspektiven einer dramatischen Kunst an der Schnittstelle von Film/Video,Animation und Theaterbühne.

Thüringer Allgemeine
Die Polizei, die Gewalt, das Verhör, der Mörder, der Ermittler, das Verbrechen, der Staat und sein Instrument – Schillers Textfragment verweist in vielerlei Hinsicht auf die Gegenwart – mit einzelnen Sequenzen und Kurzgeschichten wird ein komplexes Polizeigemälde entworfen,das zwischen dokumentarischem Realismus und surrealer Filmwelt pendelt.